Von dem Customer-Connection-Programm von SAP und DSAG konnte nun auch der Arbeitskreis Qualitätsmanagement profitieren. Der Erfolg: Es wurden neue funktionale Verbesserungen bzw. Erweiterungen für das SAP Qualitätsmanagement entwickelt, um die tägliche Arbeit mit der Lösung spürbar zu erleichtern.

Vor gut zwei Jahren haben wir über den Arbeitskreis Qualitätsmanagement berichtet und in Bezug auf die Weiterentwicklung der SAP-Lösung von einer „verkehrsberuhigten Zone“ gesprochen. „Unter den Mitgliedern des Ar­beitskreises war der Eindruck entstanden, dass SAP das Thema Qualitätsmanagement als abgeschlossen be­trachtet hatte“, fasst Günter Schepers, DSAG-Arbeitskreissprecher Qualitätsmanagement, die damalige Situation nochmals zusammen. Ein Eindruck, der nicht täuschte. „Der Kanal, sich mit Entwicklungs­anträgen bei SAP einzubringen, wurde damals sicher nicht zur Zu­friedenheit unserer Kunden nachverfolgt. Mit dem Customer-Connection-Programm jedoch haben wir eine neue Mög­lichkeit geschaffen, wichtige Verbesserungen und Neuerungen an uns zu adressieren“, kom­mentiert Ingo Panchyrz, Senior Product Spe­cialist im QM Pro­dukt­management bei der SAP AG. Etwas prag­ma­tischer fällt die Einschätzung von Günter Schepers aus. „Bei SAP hat sich wieder das Verständnis durchgesetzt, dass es sich lohnen könnte, auch schon seit langer Zeit bestehen­de Funktionalitäten wei­terzuentwickeln und nicht einfach auf Eis zu legen.“ Dr. Manfred Schulz, Solution Expert und Ansprechpartner für den Arbeitskreis QM bei der SAP AG, präzisiert den eingetretenen Wandel und greift das Bild des bereits er­wähn­ten blaupause-Beitrags auf: „Aus der verkehrs­beruhigten Zone, in der wir uns 2010 noch bewegt haben, sind wir mittlerweile auf die Hauptstraße eingebogen.“

Matthias Schlaubitz
Matthias Schlaubitz

Einflussnahme als Motivationsschub

Der Anteil des Arbeitskreises QM an diesem Kurswechsel ist groß. „Die aktive Teil­nahme der Mitglieder an Customer Connection ist vorbildlich. Das Engagement ist gut orga­nisiert und strukturiert und trägt ganz entscheidend zum Erfolg des Programms bei“, so Zeliha Dikmen, Project Manager Customer Connection bei der SAP AG. Für Matthias Schlaubitz, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Qualitätsmanagement, eine Frage der Motivation. „Die Möglichkeit, auf die SAP-Produkte Einfluss nehmen zu können, ist einer der wichtigsten Gründe für unsere Mitglieder, sich zu engagieren. In den vergangenen Jahren wurde viel diskutiert und Wünsche an SAP artikuliert. Meist ohne zähl­bares Ergebnis. Jetzt sehen wir, dass die für uns wichtigen Themen aufgenommen, bearbeitet und umgesetzt werden.“

Eine wichtige Verbesserung im Bereich SAP Qualitätsmanagement ist u.a. das „Massen­löschen“ von Prüfarten im Materialstamm, ein „Dauerbrenner“ in den letzten Jahren. Bei den Materialstämmen ließen sich bislang zwar bestimmte Prüfarten einrichten. Änder­ten sich jedoch die Prüfarten, z.B. wenn ein Produkt aus dem Status „Prototyp“ in die Serienfertigung ging, konnten die „alten“ Prü­f­arten nur deaktiviert, aber nicht gelöscht werden. Dies ist nun möglich und sorgt für entsprechend mehr Übersichtlichkeit.

Zeliha Dikmen
Zeliha Dikmen

Eine neue Ebene der Ergebniserfassung

Als Erweiterung mit viel Potenzial betrachtet der Arbeitskreis QM zudem die Anbindung von grafischen Dokumenten, wie z.B. Fotos, an die QM-Stammdaten. „Das ist ein Thema, das die Ergebniserfassung auf eine neue Ebene heben kann“, ist Günter Schepers überzeugt. Getreu dem Motto: „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, bietet die Funktion die Möglichkeit, z.B. Farbcode-Ausprägungen eines Produkts als Bild an den Prüfkatalog anzuhängen. In seiner Rückmeldung kann der Prüfer dann einfach den visuell wahrgenommenen Farbcode auswählen. „Bezüg­lich der Usability haben wir zu diesem Punkt auch die Möglichkeit geschaffen, durch die Vorschaubilder des gesamten Katalogs zu blättern“, ergänzt Ingo Panchyrz. Wenn es nach dem Arbeitskreis QM geht, ist das jedoch nur der erste Schritt. In einem der nächsten Zyk­len, so sie denn kommen werden, sollte dann idealerweise auch die Möglichkeit geschaffen werden, diese Bilder oder vielleicht sogar Audio-Dateien anhängen zu können.

Benutzerfreundlichkeit erhöhen

Als weitere Erleichterung für die Anwender wurde im Bereich Meldungen die Maßnahmenerstellung deutlich vereinfacht und die Arbeitsvorratsliste so optimiert, dass sie immer aktuell ist. Maßnahmen zu einzel­nen Positionen anzulegen, erfolgte bislang über Funktionen innerhalb der entsprechen­den Positionen, was umständlich und zeitraubend war. Jetzt können Maßnahmen zu einer Fehlerposition über die Aktivitätenleiste angelegt werden. Darüber hinaus wurde das QM-Auswerte-Cockpit in den Bereichen Navigation, Informationstiefe und weitere Be­arbeitung der selektierten Daten deutlich erweitert. Hier ist ein erster Schritt getan, um das Ganze zu vereinfachen.

Dr. Manfred Schulz
Dr. Manfred Schulz

Remote-Tests sparen Zeit und Geld

Was die verbesserten Funktionalitäten be­wirken und wie sie aussehen werden, kon­nten die Arbeitskreismitglieder vor Ort in Walldorf im Oktober 2012 selbst testen. „Außerdem war es möglich, sich direkt vom Büro aus on­line in die Tests einzuklinken und Rückmeldungen zu geben. Die wurden dann von SAP schnell und kompetent beantwortet“, fasst Günter Schepers seine Erfahrung mit dieser Testvariante zusammen. Generell stießen die kommenden Verbesserungen im Arbeitskreis auf großen Anklang. Im Laufe des ersten Quar­tals 2013 sollen die neuen Funktionalitäten über SAP-Hinweise ausgeliefert werden. Dann können die QM-Anwender endgültig aus der verkehrsberuhigten Zone auf die Hauptstraße einbie­gen und die Prozessgeschwindigkeit er­höh­en, indem sie die SAP-Hinweise im­ple­men­tieren. Die Hoffnung lebt, dass die Haupt­straße in nicht allzu ferner Zukunft in ein zweites Cus­tomer-Connection-Projekt mündet. Der ent­sprechende Antrag des Arbeitskreises QM jedenfalls ist bei SAP eingegangen und wird derzeit geprüft.

Günter Schepers
Günter Schepers

Wanderbaustelle Cross-Themen

Bei aller Zufriedenheit über die Möglichkeit, bestehende Funktionalitäten beein­flussen zu können, gibt es durchaus noch verbesserungswürdige Themen: die modulübergreifenden Cross-Themen wie etwa die Chargenverwaltung oder die verschiedenen Arten von Plänen. Diese sind eine Art „Wanderbaustelle“, die die Fahrt noch leicht einbremst. Aus Sicht des Arbeitskreises QM wäre es wünschenswert, dass der Customer-Connection-Prozess für eine hochintegrierte Software wie SAP ERP gerade auch derartige Themen aktiv unterstützt. Hier ist noch etwas Geduld gefragt. „Wir recherchieren bereits die Cross-Themen aus den jeweiligen Customer-Connection-Projekten, identifizie­ren die betroffenen Bereiche und prüfen unsere Kapazitäten, um die Planungen und strategischen Projekte entsprechend auszurichten“, gibt Zeliha Dikmen als Project Manager für Customer-Connection-Projekte bei SAP eine unverbindliche Prognose. Das lässt hoffen, dass aus der Wanderbaustelle keine Dauerbaustelle wird!

Ingo Panchyrz
Ingo Panchyrz

Gemeinsamer Erfolg

Noch ist der erste Zyklus für das Fokusthema QM nicht vollständig abgeschlossen. Doch die Ergebnisse der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitskreis und SAP sind bereits deutlich sichtbar. So wurden die entsprechenden Mitglieder des Gremiums von SAP in regelmäßigen Telefon­konferenzen über den Stand der Dinge infor­miert und hatten dadurch die Möglichkeit, ge­zielt Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen. „Diese Art von Zu­sammen­arbeit macht Spaß und motiviert die Mitglieder des Arbeitskreises, nun auf dem Weg zur Autobahn Gas zu geben“, schließt Günter Schepers.

Bildnachweis: DSAG

Aktuelle Hinweise für SAP Qualitätsmanagement

  • QM: QA08 Erweiterungen, Hinweis 1764682
  • QM: Dokumentenanbindung zum Code, Hinweis 1744093
  • QM: Erweiterung für QGA4, Hinweis 1764764

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