Höchstleistungen erbringen

Die Ottobock-Firmengruppe nutzt SAP Business One für ihre orthopädietechnischen Versorgungszentren. Die Mittelstands­­lösung ist seit 2005 an derzeit 13 Standorten im Einsatz.

Paralympics der Superlative versprach der ehemalige Mittelstreckenläufer und heutige Sportfunktionär Sebastian Coe. Und er hat keineswegs zu viel versprochen, bedenkt man die Höchstleistungen der rund 4.200 Sport­ler aus 165 Nationen in 503 Wettkämp­fen und 20 Sportarten, die sich in London dem Zuschauer darboten. Damit es für die Athle­ten reibungslos lief, waren 78 Orthopädietechniker von Ottobock aus 20 Ländern der Welt mit dem technischen Service vor Ort be­traut. Das Medizintechnik-Unternehmen mit rund 5.500 Mitarbeitern und Zentrale in Du­der­stadt kommt aus dem Komponentenverkauf und hat sich zum führenden Anbieter von innovativer Technologie und Dienstleistungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität entwickelt. In London wurde eigens eine Werkstatt eingerichtet, in der die Athle­ten direkt am Wettkampfort Unterstützung erhielten, wenn etwas mit dem Rollstuhl oder der Sportprothese nicht funktionierte. Inter­nationales Engagement im Leistungssport.

Einblicke bei OttoBock

Systemlandschaft und Betrieb

Globale Einsatzmöglichkeiten erwarten die Entscheider bei Ottobock auch von ihren IT-Systemen. Hier fährt man zweigleisig mit zwei zentral unterstützten ERP-Systemen und einer Teilintegration. Für die über 40 welt­weit verteilten Vertriebs- und Produktionsgesell­schaften ist SAP ERP die Wahl. In 13 von ins­gesamt über 70 orthopädietechnischen Versorgungszentren, darunter Großbritannien, Irland und Frankreich, wird SAP Business One von 230 Usern verwendet. Schweden soll mög­lichst bald dazukommen. „Wir setzen SAP Bu­siness One als zweites ERP-System für unsere orthopädietechnischen Versorgungs­zentren ein“, erklärt Michael Heinbockel, Produktmanager für SAP Business One bei Ottobock. „Unsere Philosophie ist ein System, das von Patientendokumentation bis zum Fi­nanzwesen alle Geschäftsprozesse abdeckt.“

Damit beide Lösungen auch Daten unterein­ander austauschen können, gibt es eine Teil­integration. Diese sorgt dafür, dass Bestellungen automatisch in SAP ERP auflaufen. Darüber hinaus müssen Finanzdaten übertragen werden. Der Ex- und Import der Daten gelingt über eine spezielle Datei (Flatfile). Ein Ziel für die Zukunft ist, die Integration weiter zu verstärken, speziell was Materialstämme betrifft. Da alle die gleichen Mate­rial­stammdaten haben werden, macht es Sinn, diese zentral zu steuern.

Add-ons und Schnittstellen

Wo immer es geht, greift das SAP Busi­ness One-Team bei Otto­bock auf Standards zurück. Wenn diese aber an ihre Grenzen stoßen, werden Add-ons genutzt. So gesche­hen bei der Patienten­ad­mi­nistration bzw. Dokumentation. Ein eigenentwi­ckel­tes Add-on ver­knüpft beispielsweise alle Daten zwi­schen Geschäftspartnern, Bezahlern und Patienten, also alles, was die Prozessdokumentation betrifft. Schließlich muss den Krankenkassen dargelegt wer­den, warum ein Patient wie versorgt wird. Und mehr noch: „Eine Produk­tionskontrolle basierend auf dem Standard von SAP Business One hilft, den Status ein­zel­ner Produkte, etwa einer Prothese, ab­zu­rufen“, erläutert Michael Heinbockel.

Michael Heinbockel, Produktmanager SAP Business One bei Ottobock

Für die Abrechnung mit den Krankenkassen in Großbritannien und Frankreich nutzt Otto­bock Schnittstellen, darunter die SAP Business One Integration for SAP NetWeaver (B1isn) bzw. Add-ons zu den nationalen Abrechnungssys­temen. In Frankreich etwa müssen Rechnun­gen elektronisch übertragen und zusätzlich per Papier verschickt werden. Sonst fließt kein Geld. Auf landesspezifische Gegebenheiten gilt es, sich einzustellen. Besonders im Gesundheitswesen ist das eine Herausforderung. Das ist ein Grund, warum das Prozess-Know-how innerhalb der Ottobock-Gruppe weiter aus- und aufgebaut wird. Es handelt sich um ganz spezifisches Wissen, etwa wie orthopädietechnische Versorgungszentren international aufgestellt sind oder wie Versorgungsprozesse in den einzelnen Ländern ablaufen. Damit lassen sich Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern erschließen. Um das Unternehmenswachstum im Patient-Care-Bereich zu unterstützen, soll die Rollout-Geschwindigkeit zudem immer weiter steigen. Auch um Synergieeffekte zwischen den einzelnen Standorten zu nutzen.

Höchstleistungen sollen also nicht nur den Kunden von Ottobock, sondern auch den Mit­arbeitern des Medizintechnik-Unternehmens und der IT gelingen. Daran arbeiten alle gemeinsam. Mit Erfolg!

Bildnachweis: DSAG, OttoBock

 


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