13.02.2013

Kleine Lösung ganz groß im Einsatz: Bei der BAUER AG mit Hauptsitz im oberbayrischen Schrobenhausen wird SAP Business One in rund 40 Niederlassungen weltweit einge­setzt. Ungewöhnlich ist die Nutzung von SAP R/3 als Add-on.

Vielleicht ist es etwas weit hergeholt, aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen: Mit SAP Business One hat die BAUER Aktien­gesellschaft das Mikroklima in einer Wüste im Oman geändert. Wie das ging? Die für Dienstleistungen rund um Wasser und Bodenschätze zuständige Tochterfirma BAUER Resources GmbH wurde damit beauftragt, eine Anlage zu bauen, mit der Prozesswasser aus der Erdölproduktion des Kunden gereinigt wird. So entstand auf über 700 Hektar die größte kommerzielle Schilfkläranlage der Welt, in der täglich 100.000 Kubikmeter öl­ver­schmutz­tes Wasser gereinigt werden. Was nicht ohne Effekt blieb. Hat sich doch im Um­feld der An­lage bereits das Mikroklima geändert und über 80 Vogelarten haben eine neue, schöne Heimat gefun­den.

Auf fünf Kontinenten im Einsatz

Das Projekt wurde mit SAP Business One ab­gewickelt, das in zahlreichen internationa­len Tochterfirmen der BAUER-Gruppe genutzt wird. „Wir sind in über 40 Firmen auf allen fünf Kontinenten mit Business-One-Instal­la­­tionen beschäftigt“, schildert Klaus Plagmann das Einsatzgebiet seines Zwei-Mann-Teams. „Zusätzlich wickeln wir mit dieser Soft­ware auch noch 50 kleinere Joint Ventures in der ganzen Welt im Bau­bereich ab.“

SAP Business One kommt in allen drei Segmenten der BAUER-Gruppe in der Version 8.82 zum Einsatz. Die Software unterstützt Pro­duk­tionsprozesse im Bereich kleinerer Toch­terunternehmen der BAUER Maschinen GmbH sowie die Abwicklung von Projekten der BAUER Spezialtiefbau GmbH und der BAUER Re­­sources GmbH. Aktuell werden fünf der vor­handenen, von SAP derzeit zur Verfügung ge­stellten 27 Sprachen als Voll­version mit Finanzbuchhaltung, Lagerhaltung etc., aber auch als reine Lagerversion verwendet: „In einem Business-Ware­house-Sys­tem von SAP führen wir alle Lager­be­we­gun­gen und alle Lagerstände zusammen, um einen weltweiten Lagerbestand zu haben. Des­halb setzen wir in möglichst vielen Niederlassungen Bu­si­­ness One ein, um die entspre­chenden Daten liefern zu können“, berichtet Klaus Plag­mann über das Einsatzgebiet der SAP-Lösung.

Klaus Plagmann, Projekt-Manager SAP Business One bei der BAUER- Gruppe und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises SAP Business One im Konzern

SAP R/3 als Add-on

Wenn es sich nicht vermeiden lässt, er­weitern Add-ons den Funktionsumfang von SAP Business One. So u.a. bei einer Nieder­lassung in Deutschland, wo Bauer SAP R/3 als Zusatzlösung angebunden hat, um Prozesse der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung abzubilden. In weiteren Niederlassungen ver­wendet die Firma Bauer SAP R/3 für die Be­reiche der Materialwirtschaft und der Pro­duk­tionsplanung. Hinzu kommt eine auf SAP R/3 basierende Mietverwaltung. „Vielleicht ist es ungewöhnlich, R/3 als Add-on für Business One zu verwenden. Wir haben damit über drei Jahre Erfahrung und es funktioniert ausgezeichnet“, freut sich Klaus Plagmann. „Wir schicken die Finanzbuchhaltungsdaten aus dem Lohn- und Gehaltsprogramm über die Integrationsplattform B1i ins Business One.“ Die Schnittstelle wird außerdem zur Konsolidierung von drei Firmen in Südafrika und zur Stammdatenverteilung benutzt. „Unseren Standardartikelstamm versenden wir aus dem R/3 an unsere Niederlassungen. Wir versuchen möglichst viel zu standardisieren und haben in jeder Firma einen einheitlichen Kon­tenrahmen“, verdeutlicht der SAP-Business-One-Experte von Bauer.

Mittlerweile nutzen ca. 300 User die „kleine“ SAP-Lösung. Und es werden immer mehr. Liegt der jährliche Zuwachs doch zwischen 20 und 30 Prozent. Super-User, die meistens aus dem Financial-Controlling kommen, sind die ersten Ansprechpartner vor Ort in den Niederlassungen. Sie werden vom BAUER-Business-One-Team umfangreich auf ihre Tä­­t­igkeit vorbereitet und während der Einführung ausführlich geschult. Technische Probleme löst das Rechenzentrum rund um die Uhr. Fragen und Anforderungen, die SAP Business One angehen, werden zu Bürozeiten ge­klärt. „Unsere Anwender kennen ihre Pro­zesse ganz genau, sodass sie kaum Fragen haben. Wenn es mal hakt, dann betrifft es die Schnittstelle“, beschreibt Klaus Plagmann den aktuellen Betreuungsaufwand.

Die Einführungsprojekte in den weltweiten Niederlassungen der Unternehmensgruppe, die über 10.000 Mitarbeiter zählt, dauern zwi­schen einer Woche und drei Monaten. Dabei kommt das SAP-Business-One-Team viel her­um. Neben dem Sultanat Oman kann es auf Implementierungen in Europa, Asien, Am­e­rika, Australien und Afrika zurückblicken. Das ökologische Mikroklima konnte bislang jedoch nur bei einer Installation verändert wer­den. Mal sehen, was als Nächstes kommt!

Bildnachweis: DSAG


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SAP Business One
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