Was Sie bedenken sollten, wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen auf den Weg zu SAP S/4HANA machen. Wie meistern Unternehmen am besten den Umstieg zu SAP S/4HANA? Entscheidend ist, dass ein Roadmap-Programm die richtigen Antworten auf die Fragen von Entscheidern liefert. Dabei geht es aber nicht nur um technische Machbarkeit. Sechs Aspekte spielen aus meiner Erfahrung eine zentrale Rolle.

1. Strategie

An Anfang jeder Überlegung und Analyse steht die Frage nach den strategischen Zielen eines Unternehmens – und wie diese Ziele mit Hilfe der IT erreicht werden können. Entscheidend ist es, messbare Ziele zu formulieren – also ganz konkrete Ziele wie zum Beispiel die „Erhöhung der Produktionsausbringung um x Prozent durch die Nutzung optimierter Szenarien zur Feinplanung“.

Um diese konkreten und messbaren Ziele und auch Stärken eines Unternehmens herauszufinden und zu formulieren, eignen sich Kurz-Interviews „auf Augenhöhe“. Diese Gespräche können Beraterinnen und Berater übernehmen, die im Umgang mit Top-Führungskräften geübt sind.

2. Ziellandschaft

Jedes Unternehmen lebt und entwickelt eigene Prozesse. Diese Prozesse gilt es zunächst zu verstehen. Auf der Basis der Analysen und des erworbenen Wissens können Beraterinnen und Berater eine Zielsystemarchitektur entwerfen.

Im Rahmen der Analysen sollten die Experten den SAP Readiness Check installieren und ausführen. Anschließend können sie die Ergebnisse des Checks studieren und auswerten. Darüber hinaus empfiehlt sich unter anderem ein grober Abgleich der Ziellandschaft mit den SAP Best Practice-Prozessen.

3. Umstiegsszenario und Roadmap-Optionen

Grundsätzlich gilt: Es gibt immer mehr als einen Weg, der zum Ziel führt. Wer den für sein Unternehmen richtigen Weg identifizieren will, muss eine Vielzahl von Kriterien berücksichtigen. Dazu gehören systemtechnische oder organisatorische Einflussfaktoren. Zu den Kriterien gehören aber auch die Kosten, die Komplexität der Umsetzung oder die Risikobereitschaft des Unternehmens. Zur Analyse und Bewertung eignen sich Kriterienkataloge und Checklisten.

Oft werden die Optionen auf lediglich drei Szenarien reduziert – nämlich New Implementation (Greenfield), System Conversion (Brownfield) oder selektive Migration (Bluefield). Meiner Erfahrung nach ist das aber wenig hilfreich. Der Grund ist, dass die „Farben“ lediglich Unterscheidungen im technischen System-Setup und der Datenmigration reflektieren.

4. Aufwand und Kosten

Die Kosten und Aufwendungen sollten bereits frühzeitig berechnet werden – und zwar möglichst vollumfänglich und transparent. Dies gilt jedenfalls dann, wenn es sich nicht um eine agile, prozessweise Inbetriebnahme handelt.

Hauptaugenmerk sollte dabei auf den kostentreibenden Faktoren liegen. Zu diesen Faktoren zählen die Kosten für den internen Aufwand der eigenen IT, Lizenzkosten oder auch die Betriebskosten für die Systeme während der Projektlaufzeit.

5. Minimierung der Risiken

Jede SAP S/4HANA-Einführung birgt Risiken. Das gilt etwa für die damit verbundenen Kosten und Veränderungen. Die Risiken können durchaus unterschiedlich sein – zum Beispiel in Bezug auf die Größe eines Unternehmens oder in welchem Umfang es bereits SAP nutzt. Alle Risiken müssen erkannt und benannt werden.

Wichtig ist es, die Bedenken des Top-Managements zu berücksichtigen – etwa mit Blick auf die operativen Risiken, den Investitionsschutz oder die Zukunftsfähigkeit der eingesetzten Zielarchitektur. Werden die Bedenken nicht gehört, kann es passieren, dass die erforderlichen Entscheidungen nicht oder nur unter strengen Auflagen getroffen werden.

Bei größeren Projekten kann es sich als sinnvoll erweisen, ein Risiko-Management als dauerhaften Bestandteil der Projektorganisation zu etablieren.

6. Projektorganisation

Die professionelle Organisation eines SAP S/4HANA-Projektes ist essenziell für den Projekterfolg. Die vorgesehenen Rollen und Verantwortlichkeiten im Projekt müssen klar beschrieben sein. Vorschlagsweise sollten sie mit möglichen Personen des jeweiligen Unternehmens aus IT und Business besetzt werden.

Insbesondere bei Neueinführungen mit einem starken Fokus auf SAP Best Practice-Prozesse und Digitalisierungsstandards empfiehlt es sich zudem, ein Gremium mit in die Projektorganisation aufzunehmen, das die Anforderungen außerhalb des SAP Best Practice-Standards prüft und validiert.

Erfahren Sie mehr zu SAP S/4HANA bei der virtuellen „SAP S/4HANA Insight“ am 25. Februar 2021. Weitere Informationen: https://www.gambit.de/sap-s-4hana-insight-event/

Bildnachweis: Gambit Consulting GmbH

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Gambit Consulting GmbH


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