Die DSAG-Academy hat es sich mit dem DSAG-Talents-Programm zur Aufgabe gemacht, Mitgliedsunternehmen dabei zu unterstützen, duale Master-Studierende für ihr Unternehmen zu gewinnen. Dabei kooperiert die Interessenvertretung mit dem Steinbeis Center of Management and Technology (SCMT). Das Programm vermittelt nicht nur motivierte Nachwuchskräfte, es stellt auch sicher, dass diese „on-the-Job“ in zweijährigen Master-Studiengängen zu Experten – im jeweiligen Fachgebiet und im SAP-Bereich – ausgebildet werden. Was es genau mit dem Programm auf sich hat, erläutern Sophie Hartmann, DSAG-Programm-Managerin Education, und Christian Person, SCMT-Projektberater.

Frau Hartmann, Herr Person, vor welchen Herausforderungen und Besonderheiten stehen Unternehmen und Studierende?

Sophie Hartmann: Im IT-Bereich ist der Fachkräftemangel hoch, und Stellen bleiben laut einer aktuellen Studie des Bitkom im Schnitt bis zu sechs Monate vakant. Das ist in einer unbeständigen und komplexen Welt natürlich schwierig für Unternehmen. Gleichzeitig stehen sie auch intern vor drei zentralen Herausforderungen: Erstens müssen sie verstehen, welche Anforderungen heranwachsende Talente an sie als Arbeitgeber der Zukunft haben und sich darauf basierend als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Zweitens wollen und müssen sie offene Stellen mit bestenfalls praxisnah qualifizierten Nachwuchstalenten besetzen. Und drittens sollten sie Nachwuchstalente halten, indem sie ihnen Weiterqualifikationen ermöglichen.

Christian Person: Auch für Nachwuchstalente sind die Herausforderungen vielfältig. So überholt sich z.B. Wissen in immer kürzerer Zeit, und Qualifikationsprofile werden fluider. Es reicht längst nicht mehr, sich nur während des Studiums Wissen anzueignen. Vielmehr muss Lernen kontinuierlich in den Arbeitsalltag integriert werden, Nachwuchstalente müssen verstehen, was die Pain-Points der Unternehmen sind und ihr Wissen in der Praxis anwenden. Fachwissen allein reicht da aber nicht aus. Lösungskompetenzen sind gefragt. Gleichzeitig müssen Nachwuchstalente flexibel sein – viele Jobprofile der Zukunft gibt es heute noch nicht. Und last but not least: Nachwuchstalente haben die Qual der Wahl. Es gibt ein klares Überangebot, und deshalb müssen sie für sich klar definieren, was sie wollen und wohin sie wollen.

Frau Hartmann, was waren die Gründe für die DSAG-Academy, das DSAG-Talents-Programm ins Leben zu rufen?

Hartmann: Mit dem Programm möchten wir DSAG-Mitgliedsunternehmen beim Recruiting unterstützen und es ihnen ermöglichen, Studierende in der Praxis kennenzulernen und langfristig für ihr Unternehmen zu begeistern. Außerdem stellen wir sicher, dass die Kandidaten qualifiziert vorselektiert werden und bereits fundiertes Wissen aus ihrem Bachelor-Studium mitbringen. Die Studierenden sind den Großteil ihrer Zeit im Unter nehmen tätig und können so praxisnah eingesetzt werden und Projekte bearbeiten, für die sonst im Tagesgeschäft eventuell keine Zeit wäre. Die Unternehmen erhalten also Zugang zu IT-affinen Bachelor-Absolventen mit erster Berufserfahrung.

DSAG-Academy und DSAG-Talents

Mit der DSAG-Academy und dem Programm „DSAG-Talents“ hilft die DSAG dabei, Bildungsinstitutionen, Wirtschaftsunternehmen und Nachwuchstalente zu vernetzen, und unterstützt ihre Mitglieder im Recruiting- und Ausbildungsprozess. Dieses Engagement fällt unter den Bereich „Employ“ und umfasst unter anderem die Kooperation mit dem Steinbeis Center of Management and Technology (SCMT). Alle DSAG-Mitgliedsunternehmen können Teil von DSAG-Talents werden und auf diesem Weg duale Master-Studierende und somit gut ausgebildete Nachwuchskräfte für ihr Unternehmen gewinnen. Ausgebildet werden diese in drei verschiedenen zweijährigen Master-Studiengängen.

dsag.de/dsag-academy-0
dsag.de/employ

Herr Person, Frau Hartmann, wie genau kann man sich die Zusammenarbeit von SCMT und DSAG vorstellen?

Person: Interessierte DSAG-Mitgliedsunternehmen melden sich in der Regel bei mir, und seitens des Steinbeis Center of Management and Technology prüfen wir gemeinsam mit den Unternehmen, ob eine Kooperation für beide Seiten sinnvoll ist. Wir klären also ab, welche Anforderungen die Unternehmen haben und in welchen Bereichen sie Nachwuchskräfte suchen. Die Talente bewerben sich dann beim SCMT, werden in unseren Talents-Pool aufgenommen, und wir vermitteln sie an die Unternehmen. Für das beste Matching führen wir mit den Studierenden mehrere Bewerbungsgespräche durch.

Hartmann: Das SCMT übernimmt also Beratung, Vertragsverhandlung und Vermittlung der Nachwuchskräfte für die DSAG-Mitgliedsunternehmen. Und wenn ein Match gefunden ist, steigen die Studierenden mit 80 Prozent ihrer Zeit direkt in die Arbeit im Unternehmen ein. Die restlichen 20 Prozent fallen für einen der drei Master-Studiengänge Business-Engineering, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik an.

Sophie Hartmann, DSAG-Programm-Managerin Education
Christian Person, Projektberater beim Steinbeis Center of Management and Technology (SCMT)

Herr Person, Sie haben schon den Talents-Pool erwähnt. Was genau verbirgt sich dahinter, und inwiefern können die DSAG-Mitgliedsunternehmen davon profitieren?

Person: In unserem Talents-Pool werden in der Regel zwischen 150 und 200 Bachelor-Absolventen geführt, die bereits erste berufliche Erfahrungen gesammelt haben und sich beim SCMT auf ein Master-Studium bewerben. In der Regel haben sie alle einen IT- oder Business-Background. Um in den Talents-Pool aufgenommen zu werden, durchlaufen sie ein mehrstufiges Auswahlverfahren, in dem unter anderem erfasst wird, welche Fach-, Methoden- und Lösungskompetenzen sie mitbringen, aber auch, wo sie sich realistisch beruflich hin entwickeln können und wollen. Unternehmen können sich also sicher sein, dass sie von uns nur Kandidaten vorgeschlagen bekommen, die bereits gewissenhaft vorausgewählt wurden

Frau Hartmann, Herr Person, bitte beschreiben Sie die Vorteile, die die Studierenden vom Talents-Programm haben?

Hartmann: Das DSAG-Talents-Programm ermöglicht den Nachwuchstalenten eine praxisnahe Ausbildung, die zudem gezielt und abgestimmt auf die Bedürfnisse der Unternehmen gestaltet werden kann, für die sie tätig sind. Gleichzeitig ist in das duale Master-Studium die Schulung von SAP-Fachkompetenz in den Bereichen S/4HANA, Financials, Controlling, Produktionsplanung und -steuerung, ABAP-Entwicklung sowie Business-Intelligence integriert, was sie natürlich für ihre Arbeitgeber im SAP-Umfeld noch attraktiver macht. Zudem kann man sagen, dass etwa 90 Prozent der dual Studierenden von den Unternehmen übernommen werden.

Person: Das Talents-Programm fungiert als Wegweiser und Orientierungshilfe. Es ermöglicht den Studierenden, Unternehmen kennenzulernen, die sie sonst vielleicht nicht im Blick gehabt hätten. Darüber hinaus erhalten die Studierenden anwendungsorientiertes Wissen, sammeln Projektmanagement-Erfahrung, bauen sich ein erstes Netzwerk auf, erarbeiten sich einen internationalen Master – alles wichtige Faktoren, die den Karriereweg unterstützen – und schreiben eine praxisorientierte Abschlussarbeit.

Frau Hartmann, welche Anforderungen müssen DSAG-Mitgliedsunternehmen erfüllen, um in das DSAG-Talents-Programm aufgenommen zu werden

Hartmann: Das ist unkompliziert: Interessierte Unternehmensvertreter haben die Möglichkeit einer direkten Kontaktaufnahme. Vor dem Erstgespräch empfiehlt es sich, sich zu folgenden zwei Fragen Gedanken zu machen:

  1. Für welche Bereiche im Unternehmen werden Nachwuchstalente gesucht?
  2. Was oder welche Eigenschaften machen ein Nachwuchstalent besonders attraktiv?

Im Anschluss an das Erstgespräch und dabei besprochene Details findet die Aufnahme in den Unternehmens-Pool des Programms statt.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Bildnachweis: DSAG, SCMT

 

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